Pro und Contra Kernkraft & Erneuerbare Energien Wiki
Advertisement

Wichtiges zur Wissenschaft[]

Bei mehreren völlig unterschiedlichen Sachverhalten lautet es mitunter: "folgt der Wissenschaft". Dazu zweierlei:

  • "Die Wissenschaft" gibt es ohnehin nicht. Allenfalls eine große Mehrheit, bei der Konsens besteht. Jedoch lassen sich zu jeder noch so gut "bewiesenen" (s.u.) Erkenntnis ein paar Spinner finden, die das Gegenteil behaupten.
  • Wenn es aber "die Wissenschaft" nicht gibt, sondern fast immer konträre Positionen, welcher zu folgen wäre man denn gut beraten?

Dies klärt folgende Unterscheidung, die zusätzlich auch deswegen hilfreich, nützlich und wichtig ist, um korrekt einordnen zu können, was von der jeweils bemühten Wissenschaft zu halten ist, weil es stets auch Betrüger gab und gibt, die sich gern mit dem Anschein von Wissenschaft bemänteln woll[t]en:

Kriterien serioeser Wissenschaft[]

Nein, "gute" bzw. seriöse Wissenschaft ist nicht diejenige, welche die eigene Meinung bestätigt. Seriöse Wissenschaft richtet sich nicht nach irgendwelchen Befindlichkeiten, sondern ist um Wahrheitsfindung und Erkenntnisgewinn bemüht.
Vielmehr gibt es objektive Kriterien, anhand derer sich seriöse Wissenschaft stets messen lassen muss:

  1. Falsifizierbarkeit: Unter dem Vorliegen welcher Umstände würde eingestanden, dass die These/Theorie falsch ist? Dieser Sachverhalt schließt stets die Möglichkeit eines Fehlers oder Irrtums ein!
  2. Überprüfbarkeit: Transparenz aller Rahmenbedingungen von Experimenten oder Simulationen, damit diese von unabhängigen Dritten überprüft werden können.
  3. Gute Modelle, die Voraussagen machen, anhand derer sich ihre Richtigkeit überprüfen lässt.
  4. Hinreichend korrekte Darstellung der Gegenposition
  5. Hinreichendes Eingehen auf die Behauptungen oder Argumente der Gegenposition
  6. Anerkennung wichtiger und wesentlicher Gegenargumente (insbesondere auch Logik), sofern diese nicht substanziell entkräftet oder widerlegt werden
  7. Entsprechend hinreichende Überarbeitung der Modelle oder gar deren Verwerfung, sofern sich wichtige/wesentliche Voraussagen als falsch herausstellten oder Annahmen widerlegt wurden
  8. Handeln im Einklang mit eigenem Wissen
  9. Kein Missbrauch von Gefühlen, Glauben oder Überzeugungen als "Ersatz" für Argumente
  10. Ggf. Warnungen, die berechtigt und angemessen sind
  11. kein ad hominem, keine unzulässiges Diskreditierung der Gegenseite - allerdings: berechtige, hinreichend begründete Kritik ist erlaubt. Z.B. der korrekte Hinweis auf die Tatsache, dass Figuren wie Marc Morano von der Fossilindustrie bezahlte Lobbyisten sind, dessen Auftrag es ist, deren Desinformation zu verbreiten.
  12. Keine Kampfbegriffe oder Scheinargumente wie z.B. Strohmannargumente
  13. Wirft bisheriges "bewährtes Wissen und Vorgehen" nicht ohne Begründung über Bord, sondern baut auf unwiderlegter Erkenntnis weiter auf
  14. Nutzung bewährter Standards der Qualitätssicherung
  15. Zurückhaltung mit öffentlichen Aussagen, wenn die Erkenntnislage noch nicht hinreichend sicher bzw. diese zu "fluide" ist (wenn nicht mehr gilt, was kurz zuvor noch verbreitet wurde)
  16. Forderungen ausschließlich nach möglichen Beweisen oder dem Beibringen von Belegen zu Aussagen, welche auch tatsächlich getätigt wurden - und gerade nicht nach solchen, die einem in sinnentstellender Verzerrung in den Mund gelegt werden
  17. Dranbleiben am eigentlichen Thema oder der maßgeblichen Fragestellung
  18. Aufklärung im Sinne der Wahrheit und Fakten
  19. Ziel: Wahrheitsfindung und objektiver Erkenntnisgewinn ohne Nebenagenda
  20. Substanziierung von Zweifel durch valide Sachargumente und/oder Fakten
  21. Definitionen, welche bestimmten Aspekte eine Ursache zuweisen (z.B. xy-Tote), müssen den Nachweis der Kausalität beinhalten
  22. Durchgängige Standards für alle[s], keine Doppelstandards, also kein zweierlei Maß, sondern bei sog. "Corona-Toten" oder "Corona-Intensivstationen" muss genauso der Nachweis der Kausalität geführt werden, wie auch bei Impf-Toten
  23. Präsentation faktisch relevanter Zahlen bzw. der relevantesten Zahlen
  24. Zahlen werden ins Verhältnis gesetzt, um so eine qualifizierte Einordnung oder korrekte Bewertung zu erleichtern
  25. Bei Problem-Lösungsansätzen mit weitreichenden und vielfältigen negativen Folgen müssen hinreichend umfassend die Pros & Contras aller relevanten Aspekte angemessen abgewogen werden - ohne monothematischen Tunnelblick auf einen einzigen Aspekt unter gleichzeitiger Ausblendung sämtlicher Kollateralschäden und anderer negativer Folgen.
  26. Ggf. bestehende Interessenkonflikte (z.B. Beziehungen zu Konzernen) werden offengelegt
  27. Sachlich neutrale Sprache
  28. Liefert Argumente bzw. Begründungen
  29. Weiß, dass eine Falsifizierung anerkannt werden muss, auch wenn keine "richtige Lösung" oder einer "bessere Alternative" geliefert wird. Beispiel: Zur Falsifizierung der These, dass PI = 3 ist, reicht ein entsprechender Nachweis aus - der "Korrekte Wert" von PI muss nicht geliefert werden.

Das Medium der Verbreitung sagt eher wenig bis ggf. (TV, Radio, ARD, ZDF, deutschlandfunk) gar nichts über die Seriosität aus. Weder sind Massemedien oder die Selbstlabelung "Qualitätsjournalismus" ein Garant für, noch alternative oder "umstrittene" Medien ein Nachweis gegen Seriosität.

Kriterien unserioeser Unwissenschaft[]

Nein, unseriöse (oder schlechte) Wissenschaft ist nicht diejenige, welche den Gegenstandpunkt zur eigenen Meinung einnimmt. Analog zur seriösen Wissenschaft gibt es auch dort Kriterien, anhand derer diese zu erkennen ist. Dabei sind nicht alle Kriterien gleichwertig: manche verletzten fundamentale Anforderungen, so dass schon die Erfüllung eines Einzelkriterium hinreichend für unseriöse Wissenschaft ist.

  1. Immunisierung gegen Widerlegung (>> hinreichendes Kriterium!)
  2. Keine Überprüfbarkeit infolge von Intransparenz: Experimente, Simulationen oder Modellierungen können von unabhängigen Dritten nicht auf ihre Richtigkeit geprüft werden (ob die Verweigerung der Herausgabe entsprechender Informationen dabei angebl. dem "Schutz der öffentlichen Sicherheit" dient, spielt dabei keine Rolle) (>> hinreichendes Kriterium!)
  3. Schwammige Modelle, die alles und nichts erklären
  4. Sinnentstellend verzerrte Darstellung der Gegenposition (umgangsspr. "Worte im Munde rumdrehen") - ggf. deren "Widerlegung" >> Strohmannargument (d.h. Scheinargument)
  5. Keine Anerkennung wichtiger und wesentliche Gegenargumente (insbesondere auch Logik!), obwohl selbige nicht substanziell entkräftet oder widerlegt werden, sondern Ignoranz oder unzulässige Verharmlosung. Eine Falsifizierung führt nicht zu einer substanziellen Änderung der vertretenen These.
  6. Unzureichendes Eingehen auf die Argumente der Gegenseite - bis hin zu tumber Ignoranz
  7. Modelle/Theorien werden nicht neuer Erkenntnislage angepasst /wichtige und wesentliche Sachargumente werden nicht anerkannt, obwohl diese nicht schlüssig widerlegt werden
  8. Handeln wider eigenes besseres Wissen [1]
  9. Missbrauch von [Bauch-]Gefühlen für eine Scheinargumentation
  10. Angst- und Panikmache (unberechtigte Warnungen) - Die Warnungen in Sachen Klimaerwärmung waren keine, sondern das Gegenteil
  11. Anwendung von Scheinargumenten: ad hominem etc.
  12. Kampfbegriffe (z.B. Greta-Jünger, Klima-Gläubige, Klima-Blockwart, Klima-Nazi etc.)
  13. Wirft bisheriges [jahrezehntelang] "bewährtes Wissen oder Vorgehen" (Zählung von Krankheitstoten über Jahresgrenzen hinaus) ohne Begründung über Bord oder ignoriert bzw. konterkariert dieses
  14. Ignoranz bzw. Nichtanwendung erforderlicher Standards der Qualitätssicherung
  15. Herauströten vermeintlich "neuer Einsichten" trotz nicht hinreichend sicherer Erkenntnislage oder diese dermaßen "fluide" ist, das abendliche öffentliche Ansagen das konterkarieren, was morgens noch verbreitet wurde
  16. Forderungen nach unmöglichen bzw. unerfüllbaren Beweisen oder solchen, die nicht wirklich weiter führen oder deren Position tatsächlich gar nicht vertreten wurde oder nach deplatzierten, unpassenden Anforderungen [2]
  17. Ablenkungsversuche, Torpfostenverschieberei, Eröffnung unmaßgeblicher Nebenkriegsschauplätze, die wenig bis nichts zur Klärung der eigentlichen Sachfrage beitragen
  18. FUD und/oder Desinformation: https://www.klimafakten.de/meldung/p-l-u-r-v-das-sind-die-haeufigsten-methoden-der-desinformation-neue-infografik-im
  19. Bedienen einer persönlichen, politischen oder ideologischen Agenda
  20. bloßer, substanzloser Zweifel ohne stichhaltige Sachargumente
  21. Definitionen, welche bestimmten Aspekte eine Ursache zuweisen (z.B. xy-Tote), enthalten keinen Nachweis der Kausalität
  22. Doppelstandards, also zweierlei Maß, wo bei Impftoten die Kausalität geklärt sein muss (korrekt!), aber genau das bei den Zahlen von Corona-Toten oder Corona-Intensivstationen unterbleibt
  23. Irrelevante Zahlen prominent präsentiert und ventiliert, während die faktisch relevanten Zahlen nur beiläufig, indirekt, versteckt oder gar nicht kommuniziert werden
  24. Zahlen werden nicht ins Verhältnis gesetzt und so eine qualifizierte Einordnung oder korrekte Bewertung erschwert
  25. Bei Problem-Lösungsansätzen mit weitreichenden und vielfältigen negativen Folgen faktisch ungerechtfertigte Verengung auf einen einzigen Aspekt, wo unter einem monothematischen Tunnelblick sämtliche Kollateralschäden und andere negative Folgen bestenfalls relativiert und verharmlost, schlimmstenfalls ausgeblendet, ignoriert oder gar geleugnet werden.
  26. Bestehende Interessenkonflikte (z.B. Beziehungen zu Öl-Konzernen oder Pharma-Industrie) werden nicht offengelegt, sondern verschwiegen oder versteckt
  27. Unsachliche, tendenziöse Wortwahl (z.B. Zappel- oder Schrott-Strom) oder Sprache
  28. Liefert i.d.R. keine Argumente, sondern belässt es oftmals bei Behauptungen, Statements und Meinungsbekundungen
  29. Verlangt für die Anerkennung einer Falsifizierung die Lieferung der "richtigen Lösung" oder einer "besseren Alternative".

[1] Wie Exxon den Klimawandel entdeckte - und leugnete
Interne Dokumente zeigen: Exxon-Wissenschaftler warnten ab 1977 vor den Gefahren des Klimawandels. Doch ihr Konzern ignorierte sie - und verlegte sich aufs Täuschen und Verwirren

https://www.spektrum.de/news/wie-exxon-den-klimawandel-entdeckte-und-leugnete/1374674

[2] wie z.B. dem, dass "wir" beweisen müssten, dass die Chemiker um 1850 unfähig waren - obwohl in Wahrheit nirgends so etwas gesagt wurde. Zum Nachweis der Unkorrektheit von Daten ist es auch nicht erforderlich, eine Unfähigkeit von Personen nachzuweisen. Denn falsche Daten können ganz viele Ursachen haben: z.B. unzureichende Messmethodik, Messtechnik oder systematische Fehler. Somit stellt die Aufforderung eine unzulässige Einengung der Widerlegung dar und geht gleichzeitig in Richtung Unmöglichkeit. In sofern ist sie wissenschaftlich doppelt unzulässig.

Wissenschaftliche Irrtuemer[]

Der Verweis auf den Irrtum der falschen Annahme der flachen Erde ist in sofern unglücklich, wie es 1) überhaupt fraglich ist, ob es damals in der Masse etwas gab, was heutigen Kriterien von Wissenschaft hinreichend gerecht wird und 2) unnötig, weil es weit passendere Beispiele aus der "Gegenwart" gibt:

  • Medizin 1840: Händewaschen nach eine Autopsie hat nichts mit der Muttersterblichkeit nach Geburten zu tun. (korrekte These von Ignaz Semmelweis: Autopsie-ausführende Ärzte, die sich nicht die Hände waschen, übertragen bei der Geburt Schädliches auf die gebährenden Mütter, die dann an Kindbettfieber versterben)
  • Medizin: Es gibt keine "kleinen Tierchen" (Bakterien), die Krankheiten verursachen
  • Medizin: "Das menschliche Magenmilieu ist zu sauer, als dass dort Bakterien überleben könnten" >> helicobacter pylori
  • Geologie: "Es gibt keine Kontinentalplattendrift"
  • Finanzwissenschaft: "Banken verleihen nur das Geld ihrer Einleger weiter"
  • PHYSIK: "Atome sind die kleinsten Teilchen der Materie"
  • PHYSIK: "Elektronen bewegen sich -ähnlich wie Planeten um die Sonne - auf festen Bahnen um den Atomkern

Gemeinsamkeiten wissenschaftlich fundamentaler Irrtuemer[]

Neben der trivialen Feststellung, dass alle sieben zuvor genannten wissenschaftlichen Thesen bewiesenermaßen falsch sind, weisen diese noch folgende bemerkenswerte Gemeinsamkeiten auf:

  1. Es gab keine wissenschaftlich seriösen und belastbaren Studien, welche diese Positionen untermauerten. Nicht eine einzige. Es waren bloß Meinungen, Mutmaßungen, Standpunkte, Sichtweisen, Überzeugungen oder Annahmen.
  2. Die Vertretung einer Anti-These in Form einer "Nicht-Existenz-Position", d.h. der Negierung bzw. Abstreitung des Phänomens der Pro-These: "Nein, es gibt keine Bakterien, die Magengeschwüre verursachen, denn "jeder weiß": das menschliche Magenmilieu ist zu sauer, als dass dort Bakterien überleben könnten" - nein, eine Kontinentalplattendrift gibt es nicht - nein, eine Gelderfindung aus den Nichts durch private Geschäftsbanken bei der Kreditvergabe gibt es nicht, nein, es gibt keine kleineren Teilchen als Atome, nein, Elektronen bewegen sich nicht innerhalb einer "Wolke eines Wahrscheinlichkeitsspektrums."

Wo sich sich Wissenschaft bisher noch nie geirrt hat[]

Die Sachlage bei der Frage, ob die aktuelle Klimaerwärmung maßgeblich menschengemacht ist, ist jedoch eine völlig andere - nämlich umgekehrt:

  1. Im Gegensatz zu den o.g. bloßen Annahmen, Mutmaßungen und Einschätzungen liegt in Sachen menschengemachte Klimaerwärmung eine Legion von Studien und valider Sachargumente und geklärter Sachverhalte [1] vor, die noch nie substanziell erschüttert wurden.
  2. Die "Nicht- Position", also "nein, eine Klimaerwärmung mit einem signifikanten menschengemachten Anteil (über 90%) gibt es nicht, also die, die sich bei den o.g. Beispielen immer irrten, vertritt die "Skeptiker-Fraktion". Umgekehrt bestreiten die sog. "Klimaschützer" weder natürliche Klimawandel, noch die Existenz natürlicher Sachverhalte, die natürliche Klimawandel verursachen können.

Dass sich eine wissenschaftliche Theorie mit solchen Rahmenbedingungen jemals fundamental irrte, ist dem Verfasser dieser Zeilen nicht bekannt. Es ist dennoch nicht mit absoluter Sicherheit auszuschließen, dass auch dies passieren könnte - es ist aber extrem unwahrscheinlich. In sofern ist der Verweis auf die vorgenannten wissenschaftlichen Irrtümer komplett ungeeignet, um in Sachen menschengemachter Klimawandel ebenfalls einen solchen Irrtum nahezulegen.

[1] Wie z.B. die Tatsache, dass "klimaaktive Gase", also Moleküle mit mehr als zwei Atomen, wie z.B. Wasser, CO2, Methan, Stickoxyde, FCKW etc. kontinuierlich Strahlung im IR-Spektrum absorbieren und reemittieren (>> Quantenmechanik: Möglichkeit zur Bildung eines Dipols) und damit die Wärmeabstrahlung der Erde behindern >> Wärmeerhöhung gegenüber einem Zustand mit weniger Behinderung der Wärmeabstrahlung

Wissenschaft und Zweifel[]

Darf seriöse Wissenschaft angezweifelt werden? Selbstverständlich! Sie sollte sogar angezweifelt werden. Weil sich so ggf., also wenn der Zweifel korrekt ist und hinreichend gut begründet wird, Fehler im "etablierten Konsens" finden lassen. Weil sie keine absolute Erkenntnis gewinnt, sondern nur den jeweiligen Stand der Erkenntnis, der möglicherweise in Zukunft ein anderer ist:

"Das Spiel der Wissenschaft hat grundsätzlich kein Ende: wer eines Tages beschließt, die wissenschaftlichen Sätze nicht weiter zu überprüfen, sondern sie etwa als endgültig verifiziert zu betrachten, der tritt aus dem Spiel aus."
-Karl Popper, imo bedeutendster Philosoph der Neuzeit

So wichtig der Zweifel also prinzipiell im Sinne des angestrebten Erkenntnisfortschritts auch sein mag, so ist dieser kein Selbstzweck oder besitzt ein "Veto"-Recht: Bloßer, nicht ausreichend begründeter Zweifel ist seinerseits wenig bis nichts wert. Einfach nur "nicht wahrhaben wollen" reicht auch nicht: Weder um ernst genommen zu werden, noch für besagten Erkenntnisfortschritt.

Erkenntnistheorie, Beweisbarkeit & absolute Wahrheiten[]

Nur in der Mathematik gibt es harte Beweise und absolute "Wahrheiten". Selbst in der Physik, der härteten Naturwissenschaft, lassen sich nicht einmal die Naturgesetze beweisen:
Das Naturgesetz "Massen ziehen sich an", lässt sich nicht beweisen. Warum? Weil es eine absolute Allaussage ist, die überall und zu jeder Zeit gilt. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich dies weder räumlich (im gesamten Universum) noch zeitlich (in der gesamten Vergangenheit & Zukunft) beweisen lässt. D.h. dass solche "Gesetze" maximal angreifbar sind: sie werden schon durch eine einziges valides Gegenbeispiel zu Fall gebracht. Aus diesem Grund der maximalen Angreifbarkeit hat sich "die Naturwissenschaft" auf die Konvention geeinigt, dass solche Aussagen als wahr gelten, solange sie nicht widerlegt werden. Für die Widerlegung reicht ein einziges Gegenbeispiel, um die o.g. Aussage in dieser Form zu Fall zu bringen.

Also können Erkenntnisse niemals letztgültig bewiesen, sondern nur falsifiziert werden: die Wissenschaft irrt sich der Wahrheit entgegen. Mit anderen Worten: in der seriösen Naturwissenschaft schließt dieser Ansatz kategorisch IMMER die Möglichkeit ein, dass eine Theorie falsifiziert, also widerlegt werden kann. Das ist das krasse Gegenteil von dem Glauben an eine absolute Wahrheit oder "heilige Wissenschaft"!

Die Grenzen des Wissens[]

Wissenschaft findet nicht nur immer dort ihr Ende, wo es um menschlich-persönliche Dinge geht, sondern auch viele wichtige wissenschaftliche Fragen sind ungeklärt. Da Wissenschaft und Nachweisbarkeit nun mal Grenzen haben, wird es der Wissenschaft auf ewig unmöglich sein, den Nachweis zu führen, dass es jenseits ihrer Nachweisgrenze nichts gibt (Beweis der Nicht-Existenz metaphysischer Sachverhalte).

Grenzen des Wissens: https://youtu.be/78MBSFL4SL4

Wissenschaftliche Ergebnisse dennoch beruecksichtigen?[]

Man ist trotz der o.g. Einschränkungen gut beraten, die Erkenntnisse seriöser Wissenschaft hinreichend zu berücksichtigen, weil diese im Sinne von Wahrheitsfindung und Erkenntnisgewinn die beste uns bekannte Methode ist. Was nicht bedeutet, dass es nicht doch noch eine bessere Methode geben könnte - aber aktuell ist "uns" keine bessere bekannt. Und solange dies so ist, ist es unklug, die Erkenntnisse seriöser Wissenschaft nicht entsprechend angemessen in Entscheidungen einzubeziehen. Unklug ist ebenso, unseriöse Wissenschaft nicht zu erkennen und so ggf. auf deren Scheinargumente hereinzufallen.

Advertisement